Die Feuerwehr rückt aus
© Kreisbrandmeister Daniel Eisen, Landkreis Ebersberg

Einsatzstatistik 2018 der Feuerwehren in Bayern – Kurzbericht

Im Freistaat Bayern sind im Jahr 2018 die Feuerwehren rund 240.000-mal zur Hilfe gerufen und über Sirene, Meldeempfänger oder Wachalarm (nur bei ständig besetzten Wachen) alarmiert worden. Rein rechnerisch entspricht dies auf den Berichtszeitraum gesehen in etwa 650 Einsätzen am Tag oder einem Einsatz alle zwei bis zweieinhalb Minuten. Zusätzlich wurden noch rund 49.000 Brandsicherheitswachen geleistet.

Die Feuerwehrfrauen und -männer wurden zu rund 21.000 Bränden, 119.000 Technischen Hilfeleistungen, 5.000 ABC-Einsätzen und 68.000 Rettungsdiensteinsätzen gerufen. Damit ist die Einsatzbelastung für die haupt- und zum überwiegenden Teil ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden gegenüber dem Vorjahr etwas höher ausgefallen. Bei rund einem Achtel der Einsätze rückten die Feuerwehren vergeblich aus. Bedauerlich ist die gestiegene  Anzahl von 29.000 Fehlalarmen, weil jede Alarmierung gerade die Helferinnen und Helfer bei den Freiwilligen Feuerwehren belastet, da sie entweder von Ihrem Arbeitsplatz, aus ihrer Freizeit oder auch aus der Nachtruhe zum Einsatz gerufen wurden.

Bei den Feuerwehren in Bayern nimmt das Verhältnis der Brandeinsätze zur Technischen Hilfeleistung ständig ab; derzeit ist nur etwa jeder sechste Einsatz ein Brandeinsatz. Gut ein Zehntel der Einsätze der Technischen Hilfeleistungen ist durch Wetterfolgen (Sturm, Starkregen, Hagel, Unwetter, Schneefall, Tauwetter) verursacht worden.

Diese wichtigen Leistungen für die Allgemeinheit werden von 7.575 Freiwilligen Feuerwehren, 7 Berufsfeuerwehren sowie 167 Werk- und 52 Betriebsfeuerwehren im Freistaat Bayern erbracht. Hier leisten rund 325.000 Personen, davon knapp 314.000 ehrenamtlich, aktiven Feuerwehrdienst. Erfreulich dabei ist, dass die Anzahl der weiblichen Dienstleistenden mit über 29.000 Feuerwehrfrauen kontinuierlich zunimmt. Dieses hohe Potenzial ist natürlich unter anderem auch der nicht unerheblichen Jugendarbeit in über 5.100 Jugendgruppen mit über 48.000 Mitgliedern zuzuschreiben, wobei hier der Anteil der weiblichen Mitglieder schon über ein Viertel beträgt.

Im letzten Jahr konnten die Feuerwehren 1.450 Mitbürgerinnen und Mitbürger bei Bränden direkt oder über Feuerwehrleitern retten. Für 41 Opfer kam leider jegliche Hilfe zu spät und sie konnten nur noch tot geborgen werden. Bei den Technischen Hilfeleistungen und Verkehrsunfällen konnten die Feuerwehrleute 10.659 Bürgerinnen und Bürger retten. Bei 733 Personen war keine Hilfeleistung mehr möglich und diese konnten nur noch tot geborgen werden.

Im Rahmen der organisierten Ersten Hilfe („First Responder“) wurden die Helferinnen und Helfer rund 20.000-mal alarmiert. Hier konnte 10.338 Personen geholfen werden; für 467 Menschen kam auch leider diese schnelle Hilfe zu spät.

Bei Einsätzen in Zusammenhang mit radioaktiven, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen konnten die Feuerwehrleute 156 Mitbürgerinnen und Mitbürger retten. Für 12 Opfer kam leider jegliche Hilfe zu spät und sie konnten nur noch tot geborgen werden.

Neben der oben aufgeführten Abdeckung der Pflichtaufgaben wurden die Feuerwehren auch rund 19.000-mal in anderen Fällen (zum Beispiel Öffentlichkeitsarbeit, Brandschutzerziehung, Verkehrsabsicherung) für die Allgemeinheit tätig.

Dieses Engagement der vielen Helfer, die selbstlos und oft unter Einsatz ihrer Gesundheit oder auch des Lebens den Dienst für die Gemeinschaft verrichten, hat auch seinen Preis: So wurden im Berichtsjahr 2018 nach Angaben der Kommunalen Unfallversicherung Bayern 721 Feuerwehrdienstleistende hauptsächlich beim Einsatz- und Übungsdienst verletzt. Glücklicherweise war kein tödlicher Unfall im Feuerwehrdienst zu verzeichnen. Nur ein sehr geringer Teil der Fälle waren Wegeunfälle.

Der Freistaat Bayern fördert den Brandschutz und den Technischen Hilfsdienst. So wurden 2018 an die Gemeinden und Landkreise für die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und -geräten sowie den Bau von Feuerwehrgerätehäusern staatliche Zuschüsse in Höhe von fast 53 Millionen Euro ausbezahlt.